Stiche gehören zur Imkerei — früher oder später wird jeder Imker gestochen. Das soll dir keine Angst machen, aber es soll dich Respekt und Vorsicht lehren. Wer weiß, warum Bienen stechen und wie man sich verhält, wird selten und ohne Panik gestochen. Dieser Artikel erklärt, wie du Stiche verringerst, was du tust, wenn sie passieren, und — am wichtigsten — wie du die seltene, aber gefährliche allergische Reaktion erkennst.
Warum eine Biene sticht
Eine Arbeiterin sticht nicht aus Bosheit, sondern zur Verteidigung — wenn sie spürt, dass sie selbst, die Königin oder die Vorräte bedroht sind. Beim Stechen lässt sie Stachel und Gift zurück und stirbt danach, das Stechen ist für sie also kein leichter Akt. Der Stachel setzt auch ein Alarmpheromon frei, einen Duft, der andere Bienen ruft, dieselbe Stelle anzugreifen. Deshalb zieht ein Stich leicht weitere nach sich, wenn du nicht reagierst.
Wie du seltener gestochen wirst
Die meisten Stiche vermeidest du durch ruhiges, sorgfältiges Arbeiten und die richtigen Gewohnheiten:
- Trage Schutzkleidung, besonders bis du Erfahrung gewinnst, und benutze einen Smoker
- Arbeite langsam und ruhig, ohne hastige Bewegungen und ohne Bienen zu quetschen
- Öffne Beuten nicht bei schlechtem Wetter, am Abend oder in der Trachtlücke — dann sind die Bienen gereizter
- Vermeide Parfüm, Schweiß und dunkle, flauschige Kleidung (sie erinnert sie an Raubtiere)
- Atme nicht direkt ins Flugloch und stell dich nicht davor
- Halte offenes Futter und Sirup abgedeckt, damit du keine Räuberei und Unruhe auslöst
Was du tun sollst, wenn du gestochen wirst
Reagiere schnell. Entferne den Stachel so rasch wie möglich, indem du ihn mit dem Fingernagel oder dem Stockmeißel seitlich abkratzt — fasse ihn nicht mit den Fingern, denn dadurch presst du noch mehr Gift aus der Giftblase. Gib etwas Rauch auf die Stelle, um das Alarmpheromon zu überdecken. Wasche die Stelle und lege bei Bedarf etwas Kaltes auf, um die Schwellung zu verringern. Örtliche Schwellung, Rötung und Juckreiz sind normal und vergehen in ein bis zwei Tagen.
Eine normale Reaktion gegenüber einer ernsten
Bei den meisten Menschen ruft ein Stich eine örtliche Reaktion hervor: Schmerz, Rötung, Schwellung und Juckreiz an der Stichstelle, die über einige Tage abklingen. Manchmal ist die Schwellung größer und breitet sich um den Stich herum aus — das ist noch immer eine örtliche Reaktion, unangenehm, aber an sich nicht gefährlich. Die Gefahr ist anders und tritt schnell auf, am ganzen Körper.
Anzeichen einer allergischen Reaktion — DRINGEND Hilfe holen
Eine echte allergische (anaphylaktische) Reaktion ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der sich innerhalb von Minuten entwickelt. Rufe den Rettungsdienst, wenn nach einem Stich auftritt:
- Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals und ein Engegefühl im Hals
- Atemnot, Ersticken oder pfeifendes Atmen
- Ausschlag, Nesselsucht oder Juckreiz am ganzen Körper, fern von der Stichstelle
- Schwindel, Herzrasen, ein Blutdruckabfall oder Bewusstlosigkeit
- Übelkeit, Erbrechen oder Bauchkrämpfe
Wenn dir ein Arzt einen Adrenalin-Autoinjektor verschrieben hat, setze ihn sofort ein und rufe trotzdem den Rettungsdienst.
Gewöhnt man sich an Stiche
Viele Imker reagieren mit der Zeit schwächer auf Stiche, aber eine Allergie kann sich jederzeit entwickeln, sogar bei jemandem, der jahrelang kein Problem hatte. Wenn du bemerkst, dass deine Reaktionen stärker oder ungewöhnlich werden, suche einen Arzt auf und denke über einen Test nach. Es ist klug, immer ein Telefon griffbereit zu haben und jemanden wissen zu lassen, wo du an den Bienen arbeitest, besonders wenn du allein arbeitest. Dieser Artikel ist eine allgemeine Information, kein Ersatz für ärztlichen Rat.