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Tipps & Leitfäden · Für Anfänger

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Stadt- und Hinterhofimkerei

Viele nehmen an, Bienen gehörten aufs Land auf offene Wiesen, doch eine Stadt kann überraschend gute Tracht bieten. Parks, Straßenbäume, Balkonkästen und Gärten liefern die ganze Saison über vielfältigen Nektar, und in Städten fehlt oft das Pestizidspritzen großer Betriebe. Mit ein wenig Sorgfalt passen ein oder zwei Völker auf ein Dach oder in einen Hof von nur wenigen Quadratmetern.

Ist es erlaubt und machbar

Prüfe zuerst die örtlichen Regeln. Mancherorts ist Stadtimkerei uneingeschränkt erlaubt, anderswo braucht sie eine Anmeldung oder Genehmigung, und manche setzen Grenzen für die Völkerzahl oder den Abstand zur Grundstücksgrenze. Frage einen örtlichen Imkerverein und deine Gemeinde — fünf Minuten Gespräch ersparen später viel Ärger.

Bienen brauchen Sonne, Schutz vor Wind und eine ruhige Ecke, wo sie niemand ständig stört. Ein kleiner Platz ist nicht das Hindernis — ein schlecht eingerichteter Platz ist es.

Den Standort wählen: Dach, Balkon oder Garten

Ein Dach ist oft ideal: Die Bienen fliegen über die Köpfe der Menschen hinweg, abseits von Wegen, und du kannst das Flugloch ins Freie ausrichten. Prüfe nur die Tragfähigkeit, deinen Zugang und ob die Sommerhitze die Beute überhitzt.

Ein Balkon oder eine Terrasse verlangt mehr Sorgfalt — dort bist du den Nachbarn am nächsten, also werden Flugrichtung und Wasser entscheidend. Ein kleiner Garten funktioniert bestens, wenn du die Beute in eine ruhige Ecke stellst, mit dem Rücken zum Zaun, und genug Platz lässt, um für eine Durchsicht dahinterzutreten.

Die Flugrichtung lenken

Der entscheidende Kniff für den Stadtimker ist, den Bienenflug über Kopfhöhe anzuheben. Bienen verlassen das Flugloch in gerader Linie, sodass eine etwa 2 Meter hohe Barriere davor sie zwingt, sofort aufzusteigen.

Ist der Flug einmal angehoben, verschwinden die Bienen hoch in der Luft und die Nachbarn bemerken sie kaum.

Wasser, damit die Bienen die Nachbarn nicht stören

Gibst du kein Wasser, finden es die Bienen selbst — meist am Pool eines Nachbarn, im Napf eines Hundes oder an nasser Wäsche. Das ist eine häufige Reibungsquelle in der Stadt, also löse es, bevor du die Bienen herbringst.

Rücksicht im dichten Umfeld

In der Stadt ist Schwarmverhinderung eine Frage des Anstands, nicht nur des Ertrags. Ein Schwarm, der auf dem Balkon eines Nachbarn landet, kann zu einem ernsten Ärgernis werden. Kontrolliere in der Schwarmzeit regelmäßig auf Weiselzellen und gib dem Volk Raum — setze rechtzeitig eine Zarge auf oder bilde einen Ableger.

Wähle außerdem sanftmütiges, ruhiges Material; ein aggressives Volk hat auf einem Wohnhausdach nichts zu suchen. Wird ein Volk zickig, weisle es mit einer sanfteren Linie um. Halte auch die Völkerzahl gering: Ein oder zwei reichen für den Anfang völlig — weniger Verkehr, weniger Schwarmgefahr und ruhigeres Arbeiten.

Mit den Nachbarn reden

Bevor du die Bienen herbringst, sprich mit deinen Nachbarn. Erkläre, dass eine Honigbiene keine Wespe ist, dass sie selten sticht und dass du Flugrichtung und Wasser aktiv steuerst. Ein kleines Glas Honig als Geschenk wirkt Wunder — Nachbarn, die deinen Honig probiert haben, werden deine besten Verbündeten.

Sei auch bereit, auf Bedenken zu hören, besonders wenn jemand im Haus eine Allergie hat. Ein rücksichtsvoller Imker, der das Gespräch zuerst sucht, stößt fast immer auf Verständnis.

Der Lohn der Stadtimkerei

Bei aller nötigen Sorgfalt kann die Stadt großzügig sein. Vielfältige Stadttracht liefert Honig von reichem, vielschichtigem Geschmack, du hilfst, Gärten und Parks im ganzen Viertel zu bestäuben, und du wirst zu einer kleinen Stütze der Artenvielfalt in der Stadt.

Damit alles übersichtlich bleibt — Durchsichten, Schwarmerinnerungen, Wasserstand und die Geschichte jedes Volkes — führe ein Tagebuch in der bee-keeper App. Auf kleinem Raum zählt jede Notiz doppelt, denn sie hilft dir, zugleich ein guter Imker und ein guter Nachbar zu sein.

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