bee-keeper

Tipps & Leitfäden · Für Anfänger

🔍

Eine Beute durchsehen: wie, wann und worauf zu achten ist

Eine Durchsicht wiederholt ein Imker Dutzende Male im Jahr, und doch machen viele sie planlos — öffnen, werfen einen Blick hinein und schließen wieder, ohne ein klares Ziel. Eine gute Durchsicht ist schnell, ruhig und zielgerichtet: In wenigen Minuten erfährst du, ob das Volk eine Königin hat, genug Futter und genug Platz, und ob es gesund ist. Dieser Leitfaden lehrt dich, eine Beute so durchzusehen, dass du am meisten lernst und die Bienen am wenigsten störst.

Wann und wie oft durchsehen

In der Aufbau- und Schwarmzeit (Frühling und Frühsommer) sieh alle 7–10 Tage durch, denn in dieser Zeit kann aus einer Weiselzelle eine neue Königin schlüpfen. Außerhalb der Hauptsaison sieh seltener nach. Wähle einen warmen, ruhigen Tag, am besten um die Mittagszeit, wenn die meisten Flugbienen unterwegs sind. Öffne die Beute nicht bei Regen, Kälte, starkem Wind oder spät am Abend — du kühlst die Brut aus und reizt die Bienen.

Bereite dich vor dem Öffnen vor

Bevor du dich der Beute näherst, zünde den Smoker an und prüfe, ob er gut raucht, ziehe deine Schutzkleidung an und lege dein Werkzeug bereit (Stockmeißel, Besen). Habe ein klares Ziel für die Durchsicht — du wirst nicht jedes Mal alles kontrollieren. Arbeite ruhig und ohne hastige Bewegungen; Bienen spüren Nervosität. Stell dich seitlich oder hinter die Beute, niemals vor das Flugloch, damit du die Flugbahn der Flugbienen nicht durchkreuzt.

Wie du die Beute ruhig öffnest

Gib einen kleinen Stoß Rauch ans Flugloch und warte eine halbe Minute, dann gib noch etwas Rauch unter den Deckel, bevor du ihn abhebst. Rauch „vergiftet“ die Bienen nicht — er unterbricht ihre Alarmsignale und beruhigt sie. Arbeite langsam, hebe die Waben vorsichtig heraus, damit du keine Bienen quetschst und, was am wichtigsten ist, die Königin nicht verletzt. Weniger Rauch ist besser als zu viel.

Worauf du achten musst

Eine gute Durchsicht beantwortet einige Schlüsselfragen, in dieser Reihenfolge:

Wie man eine Wabe „liest“

Die Brutwabe sagt dir am meisten. Eier stehen aufrecht am Boden der Zelle und bedeuten, dass die Königin aktiv stiftet. Um die Brut herum verläuft ein Kranz aus verdeckeltem Honig und vielfarbigem Pollen (Bienenbrot). Ein kompaktes Brutbild ohne Lücken ist das Zeichen einer guten, jungen Königin; ein lückenhaftes, zerstreutes Bild mit vielen erhabenen Drohnendeckeln (Buckelbrut) kann auf eine alte oder versagende Königin hindeuten. Lerne, Eier zu erkennen — das ist eine Fertigkeit, die dir viel Rätselraten erspart.

Anzeichen, dass etwas nicht stimmt

Achte während der Durchsicht auf Warnzeichen:

Ordentlich schließen und immer notieren

Setze die Waben in derselben Reihenfolge und Lage zurück, senke den Deckel sanft ab, damit du keine Bienen quetschst, und schließe die Beute. Notiere gleich nach der Durchsicht, was du gesehen hast — das Gedächtnis trügt, und die Durchsichten häufen sich. In der bee-keeper-App führst du für jede Beute ein Durchsichtstagebuch: den Zustand von Königin und Brut, das Futter, Weiselzellen und alle Maßnahmen. So siehst du über die Saison hinweg klar, wie es jedem Volk geht, und nichts entgeht dir.

bee-keeper öffnen →